Forschungszentrum Weihenstephan
für Brau- und Lebensmittelqualität
Ein geschichtlicher Rückblick
Das Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität ist eine Betriebseinrichtung des Wissenschaftszentrums Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der TU-München mit vielseitiger Kompetenz

Über ein Jahrhundert Erfahrung
Das Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität ist eine Nachfolgeorganisation der Staatliche Brautechnische Prüf- und Versuchsanstalt die seit 125 Jahren besteht und weltweit der Brauerei-, Mälzerei- und Getränkewirtschaft einschließlich der zugehörigen Zulieferindustrie mit einem umfassenden Beratungs- und Untersuchungsprogramm zur Verfügung steht.
Die Gründung
erfolgte im Jahre 1885 als private Brautechnische Versuchsstation durch den Geheimen Hofrat Dr. Hans Vogel in Memmingen. Von Anbeginn an war es erklärtes Ziel, das Braugewerbe in all seinen Belangen zu beraten und zu fördern. Dabei erfüllt sie diese wichtigen Aufgaben in der Gegenwart genauso zuverlässig wie vor 125 Jahren nach dem Leitmotiv ihres Gründers:
„Dass dem Brauer mit Theorie allein nicht gedient sei, sondern er Ratschläge benötige, welche den praktischen Verhältnissen
Rechnung trage und aus den in der Praxis gesammelten Erfahrungen stammen.“
Wirtschaftlich gefördert
Bereits damals war die Bayerische Staatsregierung an der wirtschaftlichen Entwicklung der kleinen und mittleren Brauereien interessiert. Sie verfügte, „dass in praktischer und theoretischer Hinsicht den Bedürfnissen der kleineren und mittleren Brauereien Genüge geleistet wird“. Den Brauereibetrieben sollte die Möglichkeit offen stehen, Rohmaterialien und Produkte untersuchen zu lassen, ebenso auch Ratschläge in Bezug auf Einrichtungen und dergleichen einzuholen.
Die Versuchsanstalt entsprach schon damals einem praktischen Bedürfnis und fand sehr rasch Anklang und Zuspruch im Braugewerbe.
Modernste Technik
Das Forschungszentrum für Brau- und Lebensmittelqualität Weihenstephan beschäftigt heute 45 Personen und ist laut amtlicher Bezeichnung, eine mehrwertsteuerpflichtige Betriebseinheit innerhalb des Wissenschaftszentrums Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der Technischen Universität München. Sie steht mit modernsten Methoden dem Braugewerbe, den getränkeabfüllenden Betrieben und der Zulieferindustrie als beratende Institution in technischen, technologischen, brau- und abfüllmaschinentechnischen, wasser- und abwassertechnischen und energiewirtschaftlichen Belangen, unter Verwertung
wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrung, zur Verfügung.
Erfahrenes Personal
Grundlagen hierfür sind ein spezialisiertes Team erfahrener und geschulter Fachleute, hervorragend und modernst ausgestattete Laboratorien mit hochqualifiziertem Personal und eine Brauerei-Pilotanlage. Dies wird nicht zuletzt durch die Akkreditierung als Prüflabor nach DIN EN ISO 17025:2000 durch den Deutschen Akkreditierungsrat bestätigt.
Forschungsarbeit
Neben diesen wirtschaftlichen Aufgaben leistet das Forschungszentrum auch einen wichtigen Beitrag innerhalb der Forschung und Lehre des Wissenschaftszentrums Weihenstephan. In Zusammenarbeit mit der Industrie werden zahlreiche Semester-, Diplom- und Doktorarbeiten durchgeführt. Die hierbei anfallenden Ergebnisse können sofort in die Lehrveranstaltungen des Forschungszentrums integriert werden.
Daten und Fakten
• 1892 wurde die Untersuchungsanstalt nach Weihenstephan verlegt.
• 1922 erfolgte mit der unmittelbaren Unterstellung an die damalige Fakultät für Brauwesen der Technischen Hochschule München
die Übernahme durch den Bayerischen Staat.
• Die Leitung übernahm Dir. J. Ernst.
• Es folgten ihm als Direktoren Prof. Dr. F. Weinfurtner (1952), Prof. Dr. B. Mändl (1968) und Prof. Dr. S. Donhauser (1980).
• Nach der Pensionierung von Prof. Donhauser erfolgte im April 1995 die Berufung von Prof. Dr. H. Miedaner zum Direktor der Prüfanstalt.
• Mit Prof. Dr. Dr. H. Parlar, einem international anerkannten Fachmann auf dem Gebiet der anspruchsvollen feinstofflichen
chemischen Analytik als neuen Direktor, wurden im Juli 2004 die Weichen gestellt, die Kompetenz des Forschungszentrums
auch für den gesamten Lebensmittelbereich auszubauen.
